Die Verkaufstricks der Kaufhäuser - bist du dagegen gewappnet?

am .

Fotolia 65731957 XS copyrightDie Verkaufstricks der Kaufhäuser – Bist du dagegen gewappnet?

Wer von uns kennt es nicht: Eigentlich brauchst du nur Eier und Milch, doch an der Kasse angekommen, ist der Einkaufswagen doch viel voller als geplant.

Dann ist die Rechnung des Kaufhauses aufgegangen, denn hier wird nichts dem Zufall überlassen. 2/3 unserer Kaufentscheidungen treffen wir spontan im Geschäft. Und dabei kaufen wir das, was uns anspricht. Deshalb ist von Bodenbelag über die Hintergrundmusik bis hin zur Farbe der Preisschilder alles darauf ausgelegt, uns zum Kaufen zu animieren. Außerdem sollen wir uns wohl fühlen. Denn je länger wir im Geschäft bleiben, umso mehr kaufen wir auch.

Wir haben einige Tricks der Kaufhäuser zusammengestellt, die dich unbewusst dazu verleiten, am Ende mehr Geld dort zu lassen, als du vorhattest.

 

 

1. Verführung durch Anregung der Sinnesreize

Wie Alexander Hennig (Professor für Betriebswirtschaftslehre und Handelsmanagement) sagt, steigt die Wahrscheinlichkeit ein Produkt zu kaufen "je mehr Sinne des Kunden angesprochen werden". Und so sind auch die Auswahl der Musik und der Gerüche in einem Geschäft alles andere als willkürlich. Hier zwei Beispiele: 

- klassische Musik asoziieren wir mit Hochwertigkeit. So wird laut Studie mehr Geld für hochwertigen Wein oder Dessous bezahlt, wenn im Geschäft klassische Musik abgespielt wird.

- Vanilledüfte sollen bei Frauen und würzigen Aromen bei Männern die Kauflust fördern. Der gute Gerum beim Betreten des Geschäfts zielt genau auf die Ausschüttung von "Kauf-Hormonen" ab

2. Künstliche Verpackung des Bestands

Aussagen wie "Limited Edition" oder "Nur so lange der Vorrat reicht" machen Produkte zu echten Verkaufsschlagern. Der Wunsch nach Produkten steigt, wenn wir wissen, dass es bald nicht mehr zu haben sein wird. So sorgen Hinweise auf limiterte Ware dafür, dass wir öfter zugreifen. Aus diesem Grund wird auch bei Sonderangeboten darauf geachtet, dass es immer so aussieht als wäre das Produkt fast ausverkauft. Wir wollen unsere letzte Chance es zu ergattern nutzen und schlagen zu!

3. Ratenzahlung als Lockmittel

Vor allem in Elektronikfachgeschäften werden wir immer wieder damit gelockt: Das Produkt gleich mitnehmen und später monatlich abbezahlen. So kaufen wir z.B. einen Fernseher im Wert von 1.000€ eher, wenn wir die Möglichkeit haben in 24 Raten zu bezahlen. Der Grund: viele kleine Beträge können wir eher verkraften als einen großen. Außerdem wird das Finanzierungsproblem in die Zukunft verlagert. Aber aufgepasst: Oft kommt eine Ratenzahlung teurer, als eine einmalige, soforitge Zahlung.

4. Rot = Rabatt, Rabatt = Glückgefühl

Unser Gehirn ist auf die Wahrnehmung von Signalen programmiert. Diesbezüglich spielt die Farbe rot in Kaufhäusern eine ganz entscheidende Rolle, denn mit roten Preisschildern verbinden wir automatisch einen Rabatt und steuern gezielt darauf zu. Die Kaufhäuser zielen aber darauf ab, dass gleichzeitig zu den Schnäppchen, der ungeplante Kauf von weiteren Produkten steigt. Oft denken wir, dass wir hier durch den Rabatt gespart haben, können uns wo anders noch etwas gönnen und kaufen zusätzlich weitere Produkte zum Normalpreis.

5. Zusatzkäufe durch richtige Platzierung der Produkte

Auch bei der Anordnung der Ware im Laden wird nichts dem Zufall überlassen. Um beim Kauf zu sparen, muss sich erst gebückt bzw. gestreckt werden, denn auf unserer Augenhöhe sind immer die teueren Markenprodukte platziert. Grundnahrungsmittel, wie Brot, Eier, Milch lassen uns regelmäßig durch den Supermarkt schlendern. Doch da diese Produkte meist an verschiedenen Ecken verteilt sind, greifen wir auf unserem Weg quer durch den Supermarkt schneller zu zusätzlichen Produkten. Ein weiterer Trick: Werbeaufsteller und Aktionsregale, die extra im Weg stehen. Diese "Hindernisse" bremsen dich ab und ziehen gleichzeitig deine Aufmerksamkeit an. Auch die sog. "Quängel Ware" an den Kassen führen - vor allem wenn Kinder dabei sind - zum ungeplanten Zugreifen beim Warten.

6. Viel Platz in großen Einkaufswagen

War der Einkaufswagen doch mal wieder voller als geplant? Das liegt nicht zuletzt daran, dass er überhaupt so riesig ist. Beim Blick auf den so großen aber kaum gefüllten Einkaufswagen bekommt man automatisch das Gefühl, mehr kaufen zu müssen, damit sich der Weg zum Supermarkt gelohnt hat (das gilt natürlich nicht für Wochenendeinkäufe). Und auch Kindersitze in den Einkaufswägen fordern den Verkauf: Kinder sitzen auf Augenhöhe der Markenprodukte und sollen selbst zugreifen und die Eltern zum Kauf überreden.

7. Frischer Brötchengeruch beim Eintreten

Die meisten Supermärkte haben ihn heute direkt am Eingang: Einen Bäcker. Was uns sehr praktisch erscheint, ist eine weitere Verkaufsstrategie. Denn beim Duft nach frisch gebackenen Brötchen und Co bekommen wir automatisch Hunger und Lust auf Essen. Und wir wissen alle: Mit Hunger sollte man nicht einkaufen gehen.

Sind wir wirklich so berechenbar?

Der Grund, warum wir uns so leicht verführen lassen, ist die schnelle Überforderung unseres Gehirns. Beim Betreten des Ladens strömen viele verschiedenen Eindrücke gleichzeitig auf uns ein, die wir so schnell gar nicht verarbeiten können. Deshalb handeln wir aus Instinkt, Gewohnheit oder einem spontanen Gefühl heraus, meistens ohne vorher Vor- und Nachteile unserer Handlung abzuwägen. Wir folgen dabei allgemeinen Regeln, wie einem roten Preisschild oder angenehmen Geruch.

Was können wir dagegen tun?

1. Lass deinen Blick auch mal herumschweifen, v.a. auf Produkte, die nicht auf Augenhöhe stehen

2. Sofern du keinen Großeinkauf geplant hast, nimm lieber einen Korb.

3. Kläre mit deinen Kindern vorher ab, was gekauft wird und was nicht und bleibe dabei, auch wenn es zu Quängeleien kommt.

4. Damit dich beim Warten an der Kasse nicht die Langeweile übermannt und du doch noch mehr kaufst, lenk dich ab, z.B. rechne die Einkaufskosten zusammen.

5. Schreibe dir unbedingt eine Einkaufsliste und kauf dann danach ein. Selbstdisziplin ist gefragt.

6. Das günstige Produkt muss nicht immer qualitativ schlechter sein. Einfach mal Inhaltsstoffe und Kleingedrucktes von Produkten verschiedener Preisklassen vergleichen.

7. Und zu guter letzt: Gehe niemals hungrig einkaufen!

Achte doch beim nächsten Einkauf selbst mal darauf, welche Verkaufstricks dir auffallen.

Weitere Angebote

N.I.E.-Nummer Spanien
(Gewerbe & Business / Rechtsanwälte)

N.I.E.-Nummer Spanien

Patientenverfügungs-Check
(Gewerbe & Business / Rechtsanwälte)

Patientenverfügungs-Check

Vereinbarung zur unterstützung von personen, die in finanzie
(Gewerbe & Business / Dienstleistungen, Service gewerblich)

noimage

Markenanmeldung Deutschland (Basic)
(Gewerbe & Business / Rechtsanwälte)

Markenanmeldung Deutschland (Basic)

Landshut/Männlich/45-60Jahre
(Events & Tickets / Kultur)

noimage